Für die einen ist das Rohstoffgeschäft lukrativ, für die anderen gefährlich: Zwischen 2008 und 2010 starben allein in Glencore-Minen 56 Arbeiter, wie die Zürcher „SonntagsZeitung“ Mitte Februar berichtete. Insgesamt gab es bei den fünf weltgrößten Rohstoffunternehmen in dieser Zeit 154 tödliche Unfälle. Bei Xstrata waren es mit 18 Todesfällen noch die wenigsten.
Auch in punkto Nachhaltigkeit lässt der Konzern Xstrata seine Konkurrenz hinter sich. Das Beratungsunternehmen KPMG und die auf Nachhaltigkeit spezialisierte Investmentfirma SAM kürten ihn im Januar zum „nachhaltigsten“ der weltweit 108 börsennotierten Bergbauunternehmen. Allerdings wird die Rangliste nach dem Klassenbesten-Prinzip erstellt – Xstrata kann also auch als das kleinste Übel einer Branche betrachtet werden, die immer wieder in der Kritik von Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen steht.
Autorin
Rebecca Vermot
ist Redakteurin bei der Schweizerischen Depeschenagentur sda und ständige Korrespondentin von "welt-sichten".Mit der angekündigten Fusion baue Branchenführer Glencore nicht nur seine Bergbautätigkeit aus, sondern erwerbe sich mit Xstrata auch ein besseres Image, sagt der Sprecher der Erklärung von Bern, Oliver Classen. „Geheimniskrämer“ Glencore, der in Ländern wie Kongo, Sambia oder Kasachstan tätig ist, dürfte also vom sauberen Bild des „Börsenlieblings“ Xstrata profitieren. Wenn sich ein Unternehmen bei Investoren neues Geld beschaffen will, ist der Ruf ein wichtiges Kriterium.
Die neue Firma „Glencore Xstrata International plc“, die noch dieses Jahr entstehen soll, will verstärkt im afrikanischen Kupfergürtel, Kasachstan und Südamerika investieren. Der Konzern will das Rohstoffgeschäft künftig von der Förderung über den Transport bis zum Verkauf selbst abwickeln. Im Jahr 2011 erwirtschaftete die auf Rohstoffhandel spezialisierte Glencore einen Umsatz von 186,2 Milliarden US-Dollar, das Bergbauunternehmen Xstrata setzte 33,9 Milliarden US-Dollar um. Wie die beiden Vorgänger wird das neue Unternehmen vom schweizerischen Steuerparadies Zug aus operieren. Die Wettbewerbsbehörden und die Aktionäre könnten den Deal allerdings noch verhindern.
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