Frankfurt a.M., Luanda - Die Regierung Angolas will ihre Rolle als Vermittler im Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo aufgeben. In Abstimmung mit der Afrikanischen Union würden in den nächsten Tagen die notwendigen Schritte unternommen, um ein neues Land für die Vermittlung zwischen den Konfliktparteien zu bestimmen, erklärte das Präsidentschaftsbüro des zentralafrikanischen Landes am Montag auf Facebook.
Der angolanische Präsident João Goncalves Lourenço hat derzeit auch den Vorsitz der Afrikanischen Union inne. Die Abgabe der Vermittlerrolle begründete die Regierung damit, sich mehr auf die allgemeinen Prioritäten des Staatenbundes zu konzentrieren. Angola sehe die Notwendigkeit, sich von „der Verantwortung zu befreien, in dem Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo zu vermitteln“, hieß es in der Erklärung.
Im Ostkongo hatte zuletzt die von Ruanda unterstützte Rebellenbewegung M23 große Geländegewinne gemacht und unter anderem die Millionenstadt Goma erobert. Bei dem Konflikt geht es unter anderem um die Kontrolle über wertvolle Bodenschätze. Versuche, den Konflikt diplomatisch zu lösen, scheiterten immer wieder. Zuletzt sagten die M23-Rebellen die Teilnahme an Gesprächen ab, die in Angolas Hauptstadt Luanda geplant waren.