Genf - Anlässlich des Welttuberkulosetags hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor den massiven finanziellen Kürzungen im Kampf gegen die Krankheit gewarnt. Das Leben vieler Menschen werde dadurch gefährdet, erklärte die WHO am Montag in Genf.
Die weltweiten Bemühungen zur Bekämpfung der Tuberkulose hätten seit 2000 schätzungsweise 79 Millionen Menschen gerettet. Die drastischen und abrupten Kürzungen der globalen Gesundheitsfinanzierung drohten, diese Erfolge zunichtezumachen. Tuberkulose sei die tödlichste Infektionskrankheit der Welt, jährlich seien mehr als eine Million Tote zu beklagen.
Aus Berichten an die WHO gehe hervor, dass es in mehreren der Länder mit der höchsten Tuberkulosebelastung infolge der Mittelkürzungen zu schwerwiegenden Problemen gekommen sei, hieß es. Am stärksten betroffen seien die Länder der WHO-Region Afrika, gefolgt von den Ländern in Südostasien und dem Westpazifik. 27 Länder seien mit dem Zusammenbruch ihrer Tuberkulosebekämpfung konfrontiert.
Neun Länder hätten berichtet, dass die Beschaffungs- und Lieferketten für Tuberkulosemedikamente versagten. Die Kontinuität der Behandlung sei dadurch gefährdet, hieß es. Bereits 2023 hätten nur 26 Prozent der benötigten 22 Milliarden US-Dollar zur Verfügung gestanden, die jährlich für die Tuberkuloseprävention und -behandlung benötigt werden.
Auch die Tuberkuloseforschung befindet sich laut WHO in einer Krise, da sie nur ein Fünftel der benötigten fünf Milliarden US-Dollar pro Jahr erhalte. Fortschritte bei Diagnostik, Behandlung und Impfstoffen würden somit erheblich verzögert. Die WHO sei federführend bei den Bemühungen, die Entwicklung von Tuberkulose-Impfstoffen zu beschleunigen. Doch ohne finanzielle Zusagen drohe Stillstand.
US-Präsident Donald Trump hatte im Januar alle Hilfsprogramme im Ausland für eine 90-tägige Überprüfung ausgesetzt. Er strich die humanitären Programme der Hilfsagentur USAID massiv zusammen. Auch andere Regierungen kürzten ihre Zahlungen für medizinische und humanitäre Programme weltweit.
Jedes Jahr wird am 24. März der Welttuberkulosetag begangen. Damit soll die Krankheit im Bewusstsein der Öffentlichkeit gehalten werden.