Einigung auf Weltnaturkonferenz in Rom erzielt

Rom - Mit einer Einigung ist in der Nacht zu Freitag die Weltnaturkonferenz COP16 in Rom zu Ende gegangen. So konnten sich die Vertreter der rund 200 Teilnehmerstaaten am Sitz der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) auf eine bessere Mobilisierung von Finanzmitteln für den Schutz der Artenvielfalt einigen. Auch wurden Mechanismen beschlossen, mit denen Erfolge bei der Umsetzung der nationalen Biodiversitätsstrategien im Sinne des so genannten Montreal-Abkommens messbar gemacht werden sollen.

Die Verhandlungen in Rom, die eigentlich am Donnerstagabend enden sollten, waren bis tief in die Nacht gegangen. Eine erste Runde der COP16 war vergangenen Oktober im kolumbianischen Cali ohne konkrete Beschlüsse vertagt worden.

Großer Finanzierungsbedarf

Auf der COP15 in Montreal hatten sich die UN-Mitgliedsstaaten im Jahr 2022 auf ein Abkommen geeinigt, das vorsieht, bis 2030 mindestens 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresfläche unter effektiven Schutz zu stellen. Heute sind weltweit nur 17,6 Prozent der Landflächen und 8,4 Prozent der Ozeane geschützt, wie aus aktuellen Zahlen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) hervorgeht.

Der Finanzierungsbedarf für die Umsetzung des Abkommens von Montreal ist groß. Bis 2030 sollen die Summen, die weltweit für den Erhalt der Biodiverstität ausgegeben werden, auf 200 Milliarden Dollar jährlich steigen.

Der erfolgreiche Abschluss der Weltnaturkonferenz in Rom sei ein „großer Gewinn für die Natur und damit für uns alle“, sagte Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) am Freitagmorgen. Mit den nun festgeschriebenen Überprüfungsmaßnahmen, könnten nicht nur Fortschritt, sondern auch Stillstand oder Rückschritt festgestellt werden.

Die Umweltminister hätten außerdem Natur- und Klimaschutz besser miteinander verzahnt und die Stimme indigener Völker und lokaler Gemeinschaft im Natur- und Meeresschutz gestärkt, sagte Lemke weiter, betonte aber auch: „Wir sind allerdings noch lange nicht am Ziel. Um die Natur weltweit zu schützen, braucht es mehr Aufmerksamkeit und mehr Ambition in jedem einzelnen Mitgliedsstaat.“ Das sei auch ein Auftrag an die kommende Bundesregierung. Am Freitag sollen in Berlin die Gespräche über eine mögliche Regierungszusammenarbeit zwischen CDU/CSU und SPD beginnen.

Florian Titze, der Leiter für internationale Politik beim WWF Deutschland, bezeichnete das Ergebnis von Rom als „dringend benötigten Erfolg.“ Die Vertragsstaaten hätten gezeigt, dass sie globalen Herausforderungen auch in schwierigen Zeiten noch gemeinsam entgegentreten könnten. „Der Verlust der Lebensgrundlagen auf unserem Planeten betrifft alle Staaten. Sie haben sich trotz der großen Unterschiede und verschiedenen Meinungen in Rom zusammengerauft und eine Lösung gefunden“, sagte Tietze.

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