München/Maputo - Mehr als 1.500 Insassen sind aus einem Gefängnis nahe der mosambikanischen Hauptstadt Maputo ausgebrochen. Der Polizeikommandant erklärte in einer Pressekonferenz am Mittwochabend, dass der Ausbruch geplant gewesen sei und im Zusammenhang mit den anhaltenden Protesten über das offizielle Wahlergebnis stehe. Nach Angaben der zivilgesellschaftlichen Organisation Decide vom Mittwochabend hatte es seit Montag 121 Tote im Rahmen der Proteste gegeben. Insgesamt 248 Tote seien im ganzen Land in den vergangenen 65 Tagen seit der Wahl gezählt worden.
Wie das Nachrichtenportal „Club of Mozambique“ berichtet, wurden beim Gefängnisausbruch am Mittwoch 33 Gefangene getötet, etwa 150 der Ausgebrochenen seien wieder gefasst worden. Es hatte bereits einen ähnlichen Vorfall nördlich von Maputo gegeben, bei dem Protestierende Gefangene befreit hatten. Im Oktober hatte die Bevölkerung gewählt, am Montag hatte ein Gericht den Sieg der Regierungspartei bestätigt, was erneute Proteste der Opposition ausgelöst hat.
Mit spontanen Straßensperren aus brennenden Reifen äußerten Menschen seit Montag ihren Unmut über den vom Verfassungsgericht bestätigten Wahlsieg der Regierungspartei Frelimo. Das Verfassungsgericht berichtigte das Ergebnis der Präsidentschaftswahl zwar nominell, doch am Sieg der Partei Frelimo, die seit der Unabhängigkeit 1975 das südostafrikanische Land regiert, änderte sich nichts. Der populäre Oppositionskandidat Venâncio Mondlane hatte seit der Wahl im Oktober immer wieder zu Demonstrationen und Streiks aufgerufen.
Kurz nach den Wahlen war einer der Anwälte von Mondlane getötet worden, der eine Klage gegen die Wahlergebnisse vorbereitet hatte. Wahlbeobachter bemängelten Unregelmäßigkeiten im Verlauf der Wahlen. Die Bevölkerung solle sich auf „schwierige bevorstehende Tage“ vorbereiten, sagte Mondlane und rief auf Facebook am Mittwochabend zu weiteren Demonstrationen auf.